Montag, 3. Juli 2017

Glück

Die Sonderpädagogin kommt einmal in der Woche.
Jeden Donnerstag, drei Schulstunden lang.
Dann muss DER JUNGE immer ganz ordentlich auf seinem Spezialstuhl sitzen.
Das hasst er, genauso wie er diesen Stuhl hasst.
Oft geht sie mit ihm raus, damit er feinmotorische Übungen macht.
Er würde lieber mit den anderen Kopfrechnen üben. Das kann er richtig gut.
Einmal sollte er sich vor die Klasse stellen und von seiner Behinderung erzählen.
Das wollte er aber nicht.
Heute ist wieder Donnerstag.
Die Sonderpädagogin kann heute nicht.
Sie muss zum pädagogischen Tag ihrer Schule.
Die anderen Kinder umringen ihn aufgeregt.
„Heute ist Dein Glückstag“, sagen sie.
Die Geschichte vorgelesen ...

4 Kommentare:

  1. Warum wird hier nie etwas Positives über Sonderpädagogen berichtet? Immer nur Gehetze, als ob die trotz ihres Studiums alle inkompetent, überheblich und dumm seien.

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    1. Fan des Illustrators05.07.2017, 08:28:00

      Oftmals separieren Sonderpädagogen dadurch, dass sie ihr gewohntes Arbeitsmaterial aus der Sonderschule einsetzen. Die Inklusion kann aber nur gelingen, wenn die Differenzierung aus dem Unterricht vor Ort entwickelt wird.

      Mir gefällt die empathische Reaktion der Klasse.

      Und die Zeichnung dazu finde ich sehr gelungen... mit dem wunderschönen Glücksblatt!

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    2. Hier wird nur der subjektive Eindruck von Kindern und Eltern geschildert. Ohne Kraftausdrücke, Beleidigungen, Drohungen etc. "Hetze" sieht echt anders aus.

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  2. Ich sehe das größtenteils auch so.Inklusion ist ein brisantes Thema. Es bewegt sich viel, es wurde schon sehr viel auf den Weg gebracht.Ich denke,es ist für keinen der Beteiligten einfach. Als Sonderpädagoge oder Schulbegleiter sitzt man im Spannungsfeld zwischen Kind, Erwartungen der Eltern, Plänen der Regelschule etc.Als Mutter einer erwachsenen behinderten Tochter habe ich schon viele hochkompetenten Sonderpädagogen kennengelernt, an der Sonderschule, oft war auch dort sehr viel unter einen Hut zu bringen. Die Geschichten hier beleuchten kleine Ausschnitte ,z.B.aus Regelschulen. Manchmal denke ich schon: Wie das Kind /die Mutter berichtet, könnte es gewesen sein. Vielleicht aus anderer Sicht auch etwas anders. Und manches Mal denke ich auch, was die Aktivität der Sonderpädagogin betrifft, weniger wäre mehr. Trotz allem, auch die vielen Bemühungen sehen, die von allen Seiten schon auf den Weg gebracht werden.

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