Montag, 20. August 2018

Sommer Special 4

Auch heute wieder eine Bildergeschichte: 

11 Kommentare:

  1. Nun ja. Nicht laufen können kann bei einem Kind mit schwerer Behinderung auch mal heißen NOCH nicht laufen können. Das ist nicht automatisch ein geistig fittes Kind, das im Rollstuhl sitzt. Das meinte die Pädagogin vermutlich. Das kann dann auch heißen, das Kind ist schon 8 Jahre alt, weil es schon mal zurückgestellt wurde, und sitzt noch im Kinderwagen, weil es bequem darin Platz hat. Und es ist auch kognitiv noch auf dem Stand eines sehr kleinen Kindes, trotz Frühförderung quasi vom ersten Lebenstag an. Und es wird auch nach den Grundschuljahren noch nicht in der Lage sein, Schreiben zu lernen....aber es hat dann vollends laufen gelernt und möchte adäquat gefördert werden: motorisch, praktisch, vielleicht musikalisch, weil das sein Profil ist. Wie passt das in das Konzept von Deutsch- und Mathematikunterricht in Primar- und Sekundarstufe?

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    1. Nun ja:
      " Wie passt das in das Konzept von Deutsch- und Mathematikunterricht in Primar- und Sekundarstufe?"

      Ich wünschte, wenigstens hier würde nicht immer reflexartig gefragt wird, wie ein Kind in das (Bildungs-) System passt!

      Ist es denn wirklich so schwer zu verstehen? Das System muss passend zu den Kindern geschaffen/verändert werden. Das System Schule muss so verändert werden, dass individuelle Förderung für Kinder mit und ohne Behinderung möglich ist. Und.das.geht.( anzuschauen in vielen, vielen anderen Ländern)

      Ich wünschte die Menschen, die (schulische) Inklusion nicht wollen, würden das einfach offen so sagen, statt immer wieder zu behaupten, schulische Inklusion ginge nicht....

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  2. ....in welchen vielen, vielen anderen Ländern? Können Sie mir repräsentative Studien nennen?

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    1. Antwort an Anonym 14.28.00
      Bitte den Artikel in der Tagesspiegel " Inklusion in Italien.Heute kann es sich keiner mehr anders vorstellen"

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    2. In genau diesem Artikel ist zum Beispiel von Kompetenzzentren die Rede."...eine Art Kompetenzzentrum ist in Prato dennoch entstanden. Hierher .... kommen die "schwierigsten Fälle"."
      Auch sonst liest man hâufig, dass in Italien "schwerer Behinderte" nicht in Schulen integriert werden: "Es bleibt den Schulen jedoch vorbehalten, mehrfach schwerbehinderte Kinder vom Unterricht auszuschließen", "Beibehalten wurden einige Bildungseinrichtungen für Blinde und Taubstumme...." (beides aus :Wikipedia: "Bildungssystem in Italien").Etc.
      Da ist mir unser Sonderschulsystem für mein Kind mit schwerer Behinderung doch wesentlich lieber als die vielgepriesene Inklusion in Italien.

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  3. Bei der Quote der an Sonderschulen beschulten Kindern wird Deutschland im europäischen Vergleich allein von Belgien übertroffen. In allen anderen europäischen Ländern ist der Anteil der integrative und/oder inklusive Beschulung deutlich höher, teilweise bereits Standart und die Beschulung an Sonderschulen die Ausnahme. In manchen Ländern sind Sonderschulen sogar so gut wie gar nicht mehr existent. Ich empfehle z.B. die Daten der `European Agency for Special Needs and Inclusive Education´ einfach mal selbst nachzulesen.
    Übrigens fällt beim Vergleich der Angaben dort mit Schulleistungsdaten wie zB Pisa auf, dass sich auch mit viel Mühe keine Korrelation zwischen Ländern mit einem hohen Sonderschulanteil und besonders guter Schulleistungen herleiten lässt. Logische Folgerung daraus: Selektion und -vermeintlich- homogene Schülergruppen sind nicht notwendig für gute Schule!

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  4. Mein Kind ist schwerstbehindert und hat in Deutschland eine Regelschule besucht.Er hat Aufgrund seiner Behinderung vieles im Unterricht nicht verstanden .Er war als Zehntklässler auf dem Leistungsniveau eines Drittklässlers. Trotz seiner Behinderung wurde er von den Pädagogen und Klassenkollegen so akzeptiert und geschätzt wie er ist. Inklusion bedeutet, dass jeder so akzeptiert wird, wie er ist!!!! Es gibt doch nicht nur Einserschüler! Man kann dann auch behaupten,dass ein Dreierschüler ein Einserschüler in seiner schulischen Entwicklung hemmt.Lehrer können auch behaupten dass sie die Anforderungen in der Pädagogik senken müssen, weil sie sich mehr um den Dreier- und Viererschüler kümmern müssen, und dadurch keine Zeit für die Hochbegabten in der Förderung haben.

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    1. "Lehrer können auch behaupten dass sie die Anforderungen in der Pädagogik senken müssen, weil sie sich mehr um den Dreier- und Viererschüler kümmern müssen, und dadurch keine Zeit für die Hochbegabten in der Förderung haben" Habe ich erlebt. Die 2 fittesten Kinder der Klasse wurden sehr auffällig, konnten längst gelerntes nicht mehr, sozial und emotional waren Rückschritte um mehrere Jahre zu sehen. KJP, Therapien folgten, an allem waren nur die unfähigen Eltern schuld, die angteblich ihre Prinzchen puschen wollten. Nach 2 Jahren endlich eine andere Lehrerin. Nach 6 Monaten waren die Kinder wieder fit. Es gab anspruchsvollere Aufgaben. Eine Akzeptanz durch die Mitschüler wird es nicht mehr geben, nur Unverständnis, auch bei anderen Eltern, das Kinder nach dem ersten Hören alles verstanden haben und auch anwenden können. Wir sind froh, wenn es zu keinen Übergriffen mehr kommt und wir deshalb nicht mehr zum Arzt müssen.

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  5. Italien, Kanada fallen mir als erstes ein.

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  6. Der Lehrer trifft den Nagel genau auf den Kopf: Diesen immer wiederkehrenden Unkelrufen "Früher war alles besser" bzw. "Früher konnten die Kinder wenigstens noch etwas" kann man tatsächlich nur noch mit Ironie und Sarkasmus begegnen.

    Indem der Lehrer quasi sagt "Jawoll! Früher hat man sogar Schüler vom Unterricht ausgeschlossen wegen einer Behinderung, die für jedermann erkennbar überhaupt keinen Einfluß auf die Mitarbeit im Unterricht oder auf das Verständnis des Lehrstoffs hat", nimmt er diesen Kritikern direkt den Wind aus den Segeln. Und jeder, der weiterhin lamentiert "Früher war alles besser", muß sich fragen "Will ich wirklich zu dieser Situation, die der Lehrer hier skizziert, zurück?".

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  7. Fan des Illustrators06.09.2018, 16:41:00

    Auch wenn jemand nicht laufen kann, kann er vielleicht Lesen, Schreiben und Rechnen lernen.

    Sehr bunt und munter stellt der Illustrator die Klasse dar. Mit seiner charmanten Zeichnung überzeugt den Betrachter:
    Vielfalt ist eine echte Qualität!

    ...auch wenn die Lehrperson das noch nicht bemerkt zu haben scheint!

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Danke für Ihre Anmerkung. Wir behalten uns vor, diese hier zu veröffentlichen.