Montag, 31. Dezember 2018

Regeln

In diesem Jahr soll es geschehen: DER JUNGE will ausziehen. Schließlich ist er schon ein junger Mann.
Gemeinsam mit seinen Eltern schaut er sich eine Wohngruppe an.
Alle Bewohner sind in irgendeiner Weise eingeschränkt und brauchen Unterstützung. So wie der Junge auch.
Sie haben sich an einem Samstag-Vormittag mit einem der Betreuer in der Gemeinschafts-Küche verabredet.
Der Betreuer erklärt, dass es einiges an Regeln für die Wohngruppe gibt.
Während er spricht, erscheint einer der jungen Leute und nuschelt ein bisschen undeutlich, dass er „jetzt endlich sein Handy wieder haben“ will.
Der Betreuer holt einen Schlüssel, schließt einen Metallkasten auf und holt ein Handy hervor. Dabei erklärt er: „Abends schließen wir die Handys immer ein, damit die nicht die ganze Nacht daddeln.“
Die Eltern schauen sich an. Der Junge hört kaum noch zu. Seitdem er erfahren hat, dass man keinen eigenen Fernseher auf seinem Zimmer haben darf, grummelt er vor sich hin. Was wann im Fernsehen gesehen wird, entscheide die Gruppe. So sei die Regel.
Bevor die Eltern jetzt weiter fragen können, kommt ein weiterer, etwas fülliger, junger Mann in die Küche. Er setzt sich an den Tisch und will zum Brotkorb greifen.
Doch der Betreuer schüttelt energisch den Kopf: „Nein, nein! Du kennst die Regel!“ Und er zeigt auf ein Trimm-Fahrrad in der Ecke des Raumes.
„Ja,ja…“ stöhnt der junge Mann und schlurft langsam zum Fahrrad.
„Ich glaube, wir denken noch einmal ganz in Ruhe über alles nach…“, sagt der Vater, und die Familie verabschiedet sich.
Die Geschichte vorgelesen ...

31 Kommentare:

  1. Das ist leider die bittere,bittere,bittere Wahrheit in Deutschland über die Betreuung behinderter Menschen in Deutschland! Es geht da meistens schlimmer zu als in einem Gefängnis! Sogar Häftlinge in Deutschland dürfen ein Fernseher im eigenem Zimmer haben!
    Das Problem liegt eigentlich auch darin, weil die meisten behinderten Menschen sich auch kein Fernseher leisten können! In den Behindertenwerkstätten wird ihnen trotz Arbeit nicht Mal eine Grundsicherung ausgezahlt. Finanziell sind sie immer noch auf die Hilfe des Staates angewiesen! Es steht ihnen ungefähr 80 Euro in Monat Taschengeld zu.Davon kaufen Sie sich Hygieneartikel und Putzmittel für ihr Zimmer. Viele gehen zum roten Kreuz sich aus der Kleiderkammer Kleidung holen.
    Der Lohn im Knast liegt laut Strafvollzugsgesetz zwischen 120 und 307 Euro(steuerfrei)
    Ich bin Mutter eines behinderten Kindes und danke Gott jeden Tag, dass er mir die nötige Gesundheit gibt um mein Kind betreuen zu können!

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  2. Ein großes Problem ,dass in Wohnheime vermehrt hinzu kommt,ist,dass Deutschland durch die miserable Pflegepolitik Mangel an Personal(Pfleger,Betreuer) hat.
    In meinem Bekanntenkreis erzählen mir immer wieder Eltern, dass deren behinderte Kinder aus Wohnheime nach Hause geschickt werden. Wenn sie krank sind,sei es auch nur ein grippaler Infekt,, rufen die Betreuer die Eltern an um sie abzuholen. Sie haben nicht genug Personal um sie in Krankheitsfall in Wohnheime zu betreuen.

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  3. Die Förderschulen werben gerne damit das Kind doch spätestens mit 18 in ein betreutes wohnen zu geben . Wieder einmal nach dem Motto aus den Augen aus dem Sinn ! Und die bösen Eltern mit Gewissen die ihre Kinder eben nicht früher als unbedingt nötig in einem betreuten wohnen unterbringen wollen , werden noch behandelt als seien sie die bösen klammereltern die nicht loslassen wollen . Jahrelang wird in Förderschulen nur darauf hin gearbeitet die Kinder in solche Einrichtungen abzuschieben . Schlimmer als im Altenheim . Im betreuten Wohnen müssen die Kinder wenn sie großes Pech haben mindestens 40 Jahre leben und sich ständig fremd bestimmen lassen . Wie sollen Eltern behinderter Kinder in Ruhe sterben mit dem wissen was für ein Leben ihren Kindern bevorsteht . Armes Deutschland

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    1. Es wird sehr oft in den Förderschulen den Kindern erzählt,dass ein Wohnheim für sie das ideale ist. Sie sollen den Eltern keine last sein!Eltern werden sehr oft kritisiert wenn sie dies nicht unterstützen.Am besten sollten sie gleich nach dem Schulabschluss abgeschoben werden! Dass es so viele nicht behinderte Bürger in Deutschland noch mit 40 bei Mami und Papi leben, das wird so hingenommen. Keiner kritisiert dies!!!
      Finde es eine Unverschämtheit von solchen Sonderpädagogen,die das Abschieben behinderter Jugendlichen in Wohnheime unterstützen! Solche Sonderpädagogen,sollten selber sich in ein Heim einweisen lassen, wo sie kaum ein Bestimmungsrecht haben dürfen. Behinderte Menschen in Heime haben nicht Mal das Recht und das jahrelang zu bestimmen,wann/wie/wo sie zum Beispiel ein Apfel oder eine Orange essen dürfen. Irgendjmd aus der Verwaltung entscheidet dies. Für viele nicht behinderte Menschen ist das unvorstellbar.Wie viele würden sich das gefallen lassen!?

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    2. In vielen Heime in Deutschland sind pro Person für Lebensmittel ungefähr 300 Euro Euro in Monat vorgesehen. Davon wird noch der Koch und der Transport bezahlt. In vielen Heime in Deutschland wird 1,40 bis 1,60 Euro für Lebensmittel pro Person/Tag eingeplant.Wer das nicht glaubt,soll ein Heim betreten und sich die Rechnungen zeigen lassen. Theoretisch sind Heime zu Transparenz verpflichtet!
      Frage mich wie viel die Politiker pro Tag für ihr Essen ausgeben?

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  4. Einfach nur schlimm !

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  5. Ich möchte mal sehen was es für ein Geschreie geben würde , wenn man Otto Normalverbraucher ohne Behinderung solche Forschriften machen würde ?! Das würde sich niemand bieten lasssen ! Auch nicht in jungen Jahren . Aber mit denen die eh benachteiligt sind kann man es ja machen ... wo ist sie denn die angeblich immer vorhandene Toleranz gegenüber allem und jedem ? Es ist beschämend !

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  6. Ist es so einfach?
    Die Regel mit dem essen und dem Handy und sicher auch die vorhandene Regel für Alkohol habe ich zu hause ja auch für mein Kind.
    Mein Kind fehlt es da an selbstregulierung.

    Einen eigenen Fernseher würde ich für mein Kind auch wollen aber auch nur mit Zeitbegrenzung.
    Ich finde das ein schwieriges Thema.

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    1. Eben. So sehe ich das auch. Die Fähigkeit zur Selbstregulierung kann höchst unterschiedlich sein bei behinderten Menschen. Wenn der Junge in der Geschichte weniger Betreuung braucht, ist es eben für ihn nicht die richtige Wohnform.

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    2. Ist das "Betreuung"? Oder Bevormundung?

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    3. Da müsste man schon mehr Informationen haben, um das im Einzelfall beurteilen zu können.

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    4. Richtig, Anonym 01.01.2019, 14:19:00. Man bräuchte mehr Informationen, die wir hier leider nicht haben.

      Die Grenze zwischen Nixklusion und passende Unterstützung ist oftmals nicht so eindeutig...

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  7. Man kann es drehen und wenden wie man es will , das dies nicht die Wohnform für sein behindertes Kind / jungen Erwachsenen ist , die man sich als Eltern erträumt , darüber gibt es wohl keine 2 verschiedenen Meinungen .
    Kaum ein junger Erwachsener ist mit 18/19 so erwachsen das er oder sie schon alles alleine regeln und bezahlen kann . Nur kommt es mir so vor als sei es da auch egal , während man von behinderten jungen Erwachsenen erwartet diese so schnell wie möglich selbständig zu bekommen .

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    1. Es ist sehr schwierig eine geeignete Wohnform für behinderte Menschen zu finden. Es wird in den letzten Jahren immer wieder von Wohnformen geworben,wo behinderte Menschen zusammen mit Studenten leben können. Es soll behinderten Menschen ein eigenständiges Leben ermöglichen, ein Sprungbrett in die Selbständigkeit!In Niedersachsen soll solch eine Einrichtung schon zur Pilgerstätte geworden sein.Viele Sonderschulen organisieren Exkursionen dorthin!Tausende von behinderte Kinder gucken sich dieses Wohnprojekt an.Es wird den Kindern Hoffnung auf ein schöneres Leben gemacht.Die Kinderaugen leuchten! Zig Anmeldungen gibt es für Plätze,die man auf eine Hand zählen kann.Das Wort Inklusion ist da groß geschrieben!
      Als ich mit einer Freundin mir die Hausregeln und die Bedingungen zur Aufnahme eines behinderten Menschen in solch einer Einrichtung durchlas,da fragte ich mich was das mit Inklusion noch zu tun hat. Es war zwar barrierefrei (Rampe)aber der behinderte Mensch sollte sich eher wie nicht behinderte Menschen selbst organisieren können/müssen.

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  8. Natürlich habe ich zu Hause auch meine Regeln , aber wo fangen wir denn in der Öffentlichkeit an und wo hören wir auf ? Schon in der Schulzeit wird sortiert und getrennt . Im Berufsleben geht es dann später weiter . Und ein betreutes wohnen soll dann wohl selbständiges wohnen mit angeschlossener Betreuung demonstrieren , also die behinderten Menschen sind wieder abgeschoben , unter ihres gleichen und die Gesellschafft hat davor ihre Ruhe . Sie leben nach wie vor nicht in unserer Mitte sondern am Rand der Gesellschafft und beschäftigen möchte sich eh auch niemand damit , außer man ist irgendwie selbst betroffen dann muss man wohl . Mit den alten Menschen wird es ja genau so gemacht . Würde es vernünftige Inklusion in allen lebensbereichen und in jedem Lebensalter geben , hätten wir diese Problematik gar nicht.

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  9. Mir hat Mal jmd erzählt, dass seinem Kind im Wohnheim sogar sein Gerät zur Unterstützten Kommunikation(Talker) weggenommen wird.Und das zumal wenn es sich über Missstände beschwert oder die Verwandten zu Besuch kommen ! Das Gerät ist dann plötzlich weg und keiner weiß wo das ist! Man versucht ihn einfach Mundtod zu kriegen!

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  10. Man müsste sich fragen, wo das Übel beginnt. Wo beginnen diese Probleme,dass man behinderten Menschen und deren Angehörige bevormundet,ihnen das Recht auf Selbstbestimmung weggenommen wird. Wie kommt es, dass es so weit kommen darf!
    Das Übel beginnt in den Schulen!!!!
    Wie sollen sich behinderte Menschen und deren Angehörige gegen solch eine Unterdrückung wehren?
    Die meisten behinderte Menschen werden in Deutschland auf Sonderschulen abgeschoben, wo sie NICHT das Recht auf Bildung erhalten. Sie haben keine Schulbücher.Sie wissen nicht Mal dass sie Rechte haben.Die meisten können nicht schreiben,obwohl sie ein riesen Potenzial haben!Wie sollen sie sich dann beschweren?
    Ähnlich geht es auch Angehörigen.
    Wie oft erlebe ich, dass Eltern ,die über Missstände in Schulen geklagt hatten, ihnen mit Hausverbot gedroht wurde. Ähnlich ist es in Pflegeheime auch!Neulich konnte man ein Artikel lesen"Hausverbot für Angehörige!"
    Viele behinderte Menschen und deren Angehörige haben gelernt zu schweigen. Eltern wird in Sonderschulen sonst auch geraten, die Schule zu wechseln!In Regelschulen,wo sie eine Chance hätten zur Bildung zu kommen, sind sie nicht erwünscht!Und wo liegen diese Sonderschulen? meistens bis zu 15 Km weit entfernt!

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  11. Ich finde das Problem wie man Menschen die wenig SelbstRegulierung haben begegnet und bewirkt das sie ein gesundes Leben führen können schwer zu lösen.

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  12. Von den meisten behinderten Menschen in Wohnheime wird erwartet,dass sie mit der Maße in Heim gehen. Sie werden gebrochen!Selbst wenn man versuchen würde, sich auf deren Bedürfnisse einzustellen, da fehlt es an Personal oder sogar Berichte.Viele Schulen geben an, Jahr für Jahr den sonderpädagogischen Förderbedarf der Kinder zu überprüfen(schriftliche Berichte über die Entwicklung der Kinder). Am Ende der Schulzeit müssen so viele Eltern feststellen,dass die Schülerakte der Schüler dies nicht beinhaltet.Die Zeugnisse sind so formuliert,dass über Ereignisse berichtet wird ,die der Schüler in den Sonderschule erlebt hat. Es liest sich meistens wie ein Kochbuch oder Abenteuerbuch Schule! Sie gehen dann in Werkstätten,Wohnheime wo keiner ein Bericht über deren Förderbedarf hat.In Wohnheime fehlt es so oft an qualifiziertes Personal! Selbst wenn ein behindertes Kind krank ist, muss es Tage ,sogar Wochen manchmal warten, bis sich jmd gefunden hat ihn zum Arzt zu begleiten. In Pflegeheime läuft es ähnlich.

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  13. Selbstregulation ist ein gutes Stichwort . Nur erwarte ich das in einer Wohngruppe Menschen arbeiten die wissen wie sie mit so etwas umgehen. Wenn ich zu Hause das Handy weg nehme dann doch wohl weil ich als Elternteil keinerlei pädagogische oder heilpädagogische Ausbildung habe. Ich betreibe also Bauchpädagogik , das steht mir als Elternteil auch zu . Wenn der Personalschlüssel in diesen Wohnheimen zu gering ist , die Ausbildung hierzu nicht ausreichend ist oder und die finanzielle Entlohnung für diese anspruchsvolle Arbeit nicht genug ist , dann sind dies die Schrauben an denen man drehen muss . Und nicht die behinderten Jungen Menschen die eh schon benachteiligt sind . Ich erwarte , wenn mein Kind schon in so einer Einrichtung leben muss , das es vernünftig läuft und nicht mit dieser Pipi Langstrumpf Mentalität - ich mach mir die Welt wie sie mir gefällt - dazu gehört auch Transparenz gegenüber den interessierten Eltern und Angehörigen . Noch optimaler währe es wenn endlich einmal mit den Elternhäusern zusammen gearbeitet werden würde. Denn schließlich sind die Eltern in der Regel die Fachleute ihrer Kinder mit jahrelanger Erfahrung . Aber das funktioniert ja schon in der Schulzeit nicht , geschweige denn wenn die Kinder Erwachsen werden . Man wird behandelt wie eine Last der Gesellschafft die an den Rand gehört und nicht in die Mitte und das ist das schlimme .

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  14. Die Story klingt sehr beängstigend, aber das ist wohl so beabsichtigt. Die gewünschten Kommentare sind auch schon da. Aber wie ist es denn so real, wenn die Kinder noch zuhause leben? Sie haben TV im Zimmer? Die richtig tollen Eltern sind immer so erpicht, dass die Kinder nicht zu viel Medien konsumieren. Ach so, klar, ab 18 gelten andere Regeln. Und da gibt es Kids, die Übergewicht haben, deren Eltern wird die Kontrolle nicht abgesprochen (das gilt als Kindeswohl, aus gutem Grund). Es ist doch ganz einfach, Eltern, die ein ganz tolles, eigenverantwortlich entscheidendes Kind haben, können es auch in die entsprechende Wohngruppe geben. Voraussetzung ist natürlich, dass die Eltern genügend finanzielle Mittel haben. (Nicht in Ordnung) ist es, Eltern aufzuwiegeln, damit diese Dinge einfordern, die sie für ihre Kinder nie erreichen können.

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    1. Die Fomulierung "nicht in Ordnung" wurde von uns eingefügt, um den Kommentar veröffentlichen zu können. Formulierungen, die uns als Bloggerinnen oder KommentatorInnen beleidigen, werden wir auch in Zukunft nicht online stellen. Wenn Sie sicher sein wollen, dass Ihr Kommentar erscheint, verzichten Sie bitte darauf! (von Kirstenmalzwei)

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    2. An Anonym,9:38
      Die Story oben entspricht der Realität. Was die beiden Kerstin durch diese Story zeigen wollen ist,dass wir in Deutschland weit entfernt von Inklusion sind. Inklusion bedeutet,dass die Gesellschaft sich an die behinderten Menschen anpassen muss und nicht andersrum. Hätten wir in Deutschland eine gut funktionierende Inklusion, dann hätten wir auch genug Personal in Wohnheime damit man eine vernünftige Betreuung machen kann.
      Das Problem ist in Deutschland ,dass behinderte Menschen schon in ihrer Kindheit feststellen müssen, dass sie mit Regeln bombardiert werden. Das beginnt schon in der Schulzeit. In Sonderschulen werden in einer Klasse bis zu 15 behinderte Kinder unterrichtet. Es sind vier Jahrgänge in einer Klasse und die Kinder haben meistens eine unterschiedliche Behinderung und Grad der Behinderung! Eine EINZIGE Sonderpädagogin unterrichtet diese Kinder! Da macht sich keiner Gedanken über eine DIFFERENZIERTE Selbstregulierung.Menschen sind ja schließlich nicht alle gleich.Da es an Personal fehlt, müssen die Kinder sich der Schule(System) anpassen und nicht andersrum. Und so werden sie Tag für Tag für Tag bevormundet!Die System passt sich bei Weitem diesen Menschen nicht an!In Wohnheime geht es ähnlich zu!Eigene Wünsche werden kaum berücksichtigt!

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  15. Oben hat das bereits schon mal jemand geschrieben - es gibt einen Unterschied zwischen Betreuung und Bevormundung! Genügend aktivierende Freizeitprogramme würden das entwürdigende Trimmrad neben dem Esstisch ersetzen.

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    1. Kann man nur hoffen, dass Sie das daheim bei Ihrem Kind immer so perfekt hinkriegen,seid Sie es von anderen erwarten.

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    2. Soll heißen:...."wie Sie das von anderen erwarten."

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    3. Es geht nicht darum ,ob wir es als Eltern Zuhause besser machen oder nicht.Ich bin nicht als Mutter geboren worden,ich lerne jeden Tag dazu! Weiß nicht, wieso sich manche hier über die Kritik solcher Heime ärgern. Wohnheime sind Einrichtungen,ähnlich wie Schulen,deren Mitarbeiter kritikfähig sein müssen.Es nennt sich konstruktive Kritik! Wie soll etwas im Positiven geändert werden, wenn man nicht kritikfähig ist. Jede Einrichtung ist zu Evaluierung dazu verpflichtet. Sie sind verpflichtet mit der Zeit zu gehen, sich an die Gesellschaft anzupassen.Müssen wir das nicht alle in unserem Beruf oder Zuhause tun? Sollen behinderte Menschen wie im Mittelalter leben, weil das Personal,bzw die Betreiber solcher Wohnheime, in den Einrichtungen nicht mit der Zeit gehen wollen oder können(weil die finanziellen Mitteln fehlen)?Müssen die behinderte Menschen dies so hinnehmen und es runterschlucken?
      Ich stimme Anonym 10:13 Uhr zu. Es ist entwürdigend,wie man mit den Jungen umgeht. Ihn Bloß stellen,und ihm das Trimm-Rad in die Ecke zu zeigen.. Da will ich mal die Gesichter von Pädagogen oder Mitarbeiter sehen,die Übergewichtig sind,wenn man sie auf ein Trimm-Rad aufmerksam machen würde. Das ist erniedrigend! Aber, mit vielen behinderten Menschen und deren Angehörige ist dies Gang und Gebe!

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    4. Je stärker ausgeprägt die geistige Behinderung unserer Kinder ist, desto mehr Leitlinien brauchen sie. Das machen wir Eltern so, und das erwarten wir von den Betreuern in Einrichtungen. In Wohngruppen, in denen Menschen mit relativ guter Fähigkeit zur Selbstregulation leben, behalten sie ihr Handy auch nachts bei sich, denn morgens sind sie in der Lage, trotz Müdigkeit aufzustehen, weil sie Zusammenhänge erkennen können und daraus lernen. Haben sie Übergewicht, nehmen sie an einem Sportangebot im Wohnort teil. Schwierig wird es aber, wie auch andere hier schreiben, wenn sie in allen Situationen mehr Hilfen brauchen und wenig oder keine Einsicht haben. Da ist zwischen Bevormundung und Erziehung zur Selbstständigkeit ein schmaler Grat, das wissen alle Eltern, die ein Kind mit sehr schwerer Behinderung haben.

      Um Vergleiche mit dem Mittelalter anzustellen, sollte man genauer recherchieren, wie es damals wirklich war.

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  16. Lieber Anonym 14:06
    Ich gebe Ihnen Recht,dass manche behinderte Menschen einen strukturierten und geregelten Tagesablauf bräuchten.
    Eine Freundin von mir hat eine behinderte Tochter.Jedes mal,wenn sie den Wunsch hatte, dass ihr Kind in der Sonderschule mehr gefördert wird,und die Sonderlehrerin deswegen ansprach, dann schob diese Lehrerin ihre Unfähigkeit ihr Kind zu fördern auf das Kind. Dies tat sie bei allen Kindern in ihrer Klasse. Sie tischte den Eltern jedes Mal die gleiche Ausrede. Sie gab an, die Tochter hätte jedes mal Blockaden(und das über Jaaaahre!)Sie hätte gerne ihr Kind gefördert,aber ihr Kind hätte im Unterricht Blockaden!Dies schrieb sie sogar in ihr Zeugnis.
    Ähnliche Ausreden hatte ich bei meinem Sohn auch.Es hieß immer,(egal in welcher Situation),mein Kind bräuchte ein streng strukturierten Tagesablauf.
    Pädagogik in Deutschland ist sehr bunt. Ich habe die Erfahrung gemacht,wenn man keine Lust oder genug Personal hat sich auf die Bedürfnisse eines behinderten Kindes einzustellen, dann schmeißt man mit pädagogischen Begriffe wie Blockaden,strukurierten Tagesablauf(obwohl man dies nicht bei allen Kindern so streng sehen muss. Bei meinem Kind auf jeden Fall nicht in jeder Situation! Es ist keine Maschine!) und Selbstregulation um sich!
    In der Sonderschule meines Kindes benutzte man gerne Worte wie Selbstregulation,weil man die kinder so still bekommen hatte.Die Lehrerin hätte es eh nie im Leben geschafft ,bei 14 behinderte Kinder in der Klasse ,differenziert zu arbeiten und auf deren Bedürfnisse differenziert einzugehen. Also haben alle die gleiche Regeln gehabt!
    Ich lese aber in ihrem Kommentar gar nicht,dass sie sich über das unangemessene Verhalten des Betreuers aufregen. Finden Sie dessen Verhalten gut? Würde es Ihnen als Mutter oder Vater eines behindertem Kindes nicht als ERSTES auffallen?Oder drücken sie bei solch einem Verhalten ein Auge zu? Der Gedanken zur Selbstregulation hat in ihren Augen in der Geschichte Priorität?


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  17. Hallo,

    vielleicht hatte der junge Mann ja das Prader-Willi-Syndrom und eine kleine Trimm-dich-Rad-Einheit ist notwendig, bevor er seinem (naturgemäß übermäßigen) Appetit folgen darf, um gesundheitliche Schäden zu vermeiden.

    Nur so ein Gedanke....

    LG

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