Montag, 28. Januar 2019

Kleiner Bruder

Die Familie war eine Zeitlang im Ausland. Nun gehen DER JUNGE und sein kleiner Bruder wieder in eine deutsche Schule.
Der Junge besucht eine der oberen Klassen, sein kleiner Bruder wird noch einmal in die 1. Klasse gesetzt.
Das funktioniert nicht besonders gut.
Der Bruder weigert sich, noch einmal das Alphabet zu lernen. Das hatte er schon in seiner alten Schule. Außerdem kann er schon längst kleine Bücher lesen.
Auch die Mathe-Arbeitsblätter zum Zahlenraum bis 10 zerreißt er regelmäßig.
Es dauert nicht lange, da bittet die Lehrerin die Mutter zum Gespräch.
„So kann es nicht weitergehen“, sagt sie, „natürlich habe ich für seine Situation Verständnis…“
„Was meinen Sie genau?“, fragt die Mutter.
„Naja, ich weiß, dass er es nicht leicht hat. Aber ich kann ihm trotzdem nicht alles durchgehen lassen…“
Die Mutter runzelt fragend die Stirn.
„…nur weil er mit einem behinderten Bruder aufwachsen muss!“

Die Geschichte vorgelesen ...

4 Kommentare:

  1. Fan des Illustrators28.01.2019, 14:52:00

    Der ungezogene Erstklässler ist wohl eher ein unterforderter Drittklässler!
    Das scheint die Lehrerin nicht zu bemerken. Stattdessen unterstellt sie, dass es eine Belastung ist, mit einem behinderten Bruder aufzuwachsen.

    Fehleinschätzung!
    Das beweist die hübsche Illustration der Geschichte.

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    1. Ein unterforderter Drittklässler gewiss nicht. VIELLEICHT ein unterforderter Erstklässler. Aber vielleicht auch ein überforderter Zweitklässler. Und das weiß vermutlich die Lehrerin. Warum nur immer die einseitige Sichtweise.

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  2. Das ist eine der traurigsten Geschichten, die in diesem Blog erzählt wurden. Was sollen denn die Eltern zur Lösung der Schulprobleme ihres jüngeren Sohns machen? Den älteren Bruder im Wald aussetzen? Könnte der Kleine dann weniger gut lesen? Ich wundere mich ....

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  3. Naja bei dieser Geschichte frage ich mich schon, ob die Lehrerin das tatsächlich so gesagt hat oder ob das reininterpretiert ist. Vielleicht meinte sie ja auch, dass der Ja nie es nicht leicht hat wegen dem Schulwechsel? Auf jeden Fall ist es traurig, dass sie scheinbar nicht erkennt, dass der Junge unterfordert ist.

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